Sehr viele Menschen sind von Sehstörungen wie der Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit betroffen. Kurzsichtige Menschen haben einen zu langen Augapfel, so dass sie zwar in der Nähe gut sehen können, in die Ferne jedoch nur unscharf. Eine Kurzsichtigkeit, auch Myopie genannt, kann vererbt werden, so dass bereits Babys daran leiden können. Meist wird die Sehstörung jedoch erst im Kleinkindalter oder sogar erst im Alter von 10 Jahren bemerkt. Bei den Kindern fällt die Kurzsichtigkeit dann oft durch übermäßiges Blinzeln oder das Klagen über Kopfschmerzen auf. Diagnostiziert wird die Kurzsichtigkeit beim Augenarzt u.a. durch Sehtests und die so genannte Refraktionsbestimmung.
Bei einigen Betroffenen verbessert sich die Sehstörung im Alter wieder, bei den anderen verschlechtert sie sich auch kontinuierlich. Die Kurzsichtigkeit kann mit einer Sehhilfe problemlos korrigiert werden, egal ob dies eine Brille oder Kontaktlinsen sind. Nur in sehr seltenen Fällen erfolgt eine operative Behandlung durch das Augenlasern mit Lasik oder einem alternativen Verfahren der Augenlaserbehandlung.
Die Kurzsichtigkeit sollte regelmäßig durch einen Augenarzt kontrolliert und die Sehhilfe dem Sehvermögen regelmäßig angepasst werden.
Mit etwa 40 Jahren beginnt es. Erste Symptome der Alterssichtigkeit treten auf. Plötzlich hat man Schwierigkeiten, kleine Texte bei schlechtem Licht zu lesen. Besonders kontrastarme Schrift kann nur mit Mühe erkannt werden. Die in der Werbung beliebten farbigen Texte auf farbigem Grund erschweren das Lesen zudem. Hellblaue Schrift auf grauem Grund oder gelbe Schrift auf orangem Hintergrund lassen sich nicht so gut erkennen wie der bewährte schwarze Text auf weißem Papier. Woran liegt das?
Das Auge altert. Die Alterssichtigkeit ist aber keine Krankheit, sondern lediglich ein Verschleiß der Muskeln. Die Augenlinse verliert ihre Elastizität. Diese justiert das Auge und schaltet von Nähe zu Weite um. Mit der Zeit aber ermüden die Muskeln und der Prozess verlangsamt sich. Das Auge wird weitsichtig. Das ist der Grund, warum bei Alterssichtigkeit Zeitung oder Buch mit ausgestrecktem Arm gehalten werden. Sie kennen diese Symptome? Dann wird es höchste Zeit für eine Lesebrille oder entsprechende Kontaktlinsen.
Anfangs kann man den Prozess noch vertuschen und einfach früher das Licht anschalten oder aber die Augen zusammenkneifen, um besser zu lesen. Damit aber überanstrengt man die Augen und Folgeschäden wie Kopfschmerzen, Schwindel oder sogar ein Lösen der Netzhaut können die Folge sein. Augenärzte raten deshalb dringend dazu, bereits früh im Stadium der Alterssichtigkeit mit dem Tragen einer Brille zu beginnen. Je eher man sich nämlich an eine Lesebrille gewöhnt, umso weniger schwierig ist die Umstellung. Brillenträger können für andere unsichtbar eine Lesezone in ihre Brillengläser einschleifen lassen. So genannte Gleitsichtbrillen ermöglichen gleichzeitig das Gucken in die Ferne und das Lesen in der Nähe. Inzwischen gibt es auch so genannte Gleitsichtkontaktlinsen oder auch Mehrstärkenlinsen.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, so genannte Multifokallinsen in einer Operation direkt in das Auge zu implantieren.